Startschuss zum Netzausbau: 10 Gbit/s für das Berner Oberland

Für einmal steht Piz Gloria nicht im Zeichen von James Bond, sondern des technischen Fortschritts. Kabelfernsehen Bödeli, als regionaler Telekommunikationsanbieter, stellt am 8. August 2019 zusammen mit seinem Systempartner Huawei auf dem Gipfel des Schilthorns seine neuen Netzausbaupläne vor und überrascht zudem mit einer WiFi 6 Live Demo.

Der neue Ausbaustandard, welcher symmetrisch 10Gbit/s bis vor die Haustüre liefert, soll schon bald im ganzen Netz von Kabelfernsehen Bödeli verfügbar sein.

 

Digitalisierung auf dem Schilthorn

Das Trio Schilthornbahn, Kabelfernsehen Bödeli und Huawei haben am Donnerstag, 8. August 2019 auf dem Piz Gloria zur Medienkonferenz geladen. Im Zentrum steht die Zukunft der Telekommunikation der Bergregion im östlichen Berner Oberland.

Christoph Egger, Direktor der Schilthornbahn macht als Gastgeber den Auftakt und illustriert den gestiegenen Bandbreitenbedarf anhand der geplanten Anwendungen im Bereich der Digitalisierung, welche im Rahmen des Umbauprojektes Schilthorn 20XX realisiert werden sollen. An erster Stelle steht ein verbessertes WiFi Angebot, welches dem grossen Datenaufkommen, hervorgerufen durch die vielen Fotos und Videos, welche Touristen vom Aussichtspunkt mit Weltruf in alle Himmelsrichtungen versenden, Herr werden soll. Auf dem Schilthorn befinden sich zeitweise bis zu 1‘000 Personen, wovon ein grosser Teil via WiFi verbunden sein möchte. Auch die betrieblichen Applikationen werden immer grössere Datenmengen auslösen: Videoüberwachung, Gegensprechanlagen, Multimedia-Applikationen für die Gästeleitung und Gästeinformation sowie unterstützende Remote Assistenten im Unterhalt der Luftseilbahnen setzen grosse Internet-Bandbreiten voraus. Die ambitiösen Pläne des Touristikers sind jedoch nur umsetzbar mit einer leistungsfähigen Internet-Anbindung – hierbei kommt der lokale Kabelnetzbetreiber ins Spiel.

Startschuss zum Network Upgrade der Kabelfernsehen Bödeli

Wie die Anwendungsbeispiele der Schilthorn Bahn zeigen, steigen die Ansprüche an die Telekommunikationsinfrastruktur stetig. „Getrieben von den Bedürfnissen unserer Kunden haben wir uns deshalb entschlossen die nächste Netz-Modernisierung in Angriff zu nehmen“, so Dr. Walter A. Balmer, CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG.

Dank umsichtiger Planung und technologischem Weitblick in der 30-jährigen Geschichte des regionalen Kabelnetzbetreibers, kann auf einer bestens aufgestellten Glasfaser-Infrastruktur aufgebaut werden. Denn bereits seit dem letzten Ausbau, welcher 2010 beendet wurde, entspricht das Netz der Kabelfernsehen Bödeli dem FTTS Glasfaser-Standard (Fiber-to-the-street). Somit befindet sich das Glasfaser-Netz schon heute vor den Häusern der Kabelnetz-Kunden.

Im nächsten Ausbauschritt sollen nun insbesondere die aktiven Komponenten in den Kabinen (Street-Cabinets) durch neuste Technik ersetzt und somit die Kapazität des Glasfasernetzes noch einmal wesentlich gesteigert werden. Jeder der insgesamt 300 Glasfaser-Endpunkte im Versorgungsgebiet der Kabelfernsehen Bödeli wird in der Folge mit mindestens einem symmetrischen 10Gbit/s Link verbunden. Diese enorme Bandbreite steht in Zukunft den Kunden der Kabelfernsehen Bödeli ab jedem dieser Endpunkte zur Verfügung (FTTS). Bei Bedarf können aber auch Liegenschaften, wie zum Beispiel anlässlich der Medienkonferenz auf dem Schilthorn gezeigt, direkt mit 10Gbit/s versorgt werden. In Kombination mit dem neuen Internet-Standard DOCSIS3.1 werden somit flächendeckend und im ganzen Erschliessungsgebiet der Kabelfernsehen Bödeli – von Beatenberg bis nach Wengen und Mürren sowie von Krattigen bis Grimsel – Angebote für alle Kunden von über 1Gbit/s verfügbar gemacht.

Ein Pilotprojekt wird noch dieses Jahr in Matten in Betrieb genommen bevor der Roll-out im übrigen Erschliessungsgebiet dann ab Frühling 2020 stattfindet. Der Geschäftsleiter der Kabelfernsehen Bödeli meint zudem „als regionale Telekommunikationsunternehmung ist es unser Anliegen, unseren Kunden stets qualitativ hochwertige Produkte zur Verfügung stellen und dadurch unseren Beitrag für die nachhaltige Entwicklung unserer Region leisten zu können.“

Durch den heute erfolgten Startschuss zum Network Upgrade soll eine leistungsfähige und stabile Internet-Versorgung auch in Zukunft keine Standortfrage für die Bewohner des östlichen Berner Oberlands sein. Schliesslich zeigt das Beispiel der Partnerschaft zwischen der Schilthornbahn und der Kabelfernsehen Bödeli, dass eine Ultra Highspeed Internet-Versorgung, welche den Ansprüchen moderner, digitalen Anwendungen entspricht, keine Frage des Standortes, sondern des Willens in eine Region und seine Infrastruktur mittels innovativer Netztechnologie zu investieren ist. Wie heute kommuniziert, hat sich Kabelfernsehen Bödeli zu diesem Schritt entschlossen und nimmt die Herausforderung an.

 

Huawei – ein innovativer Partner

Durch das Lancieren des nächsten Ausbauschritt empfiehlt sich die Kabelfernsehen Bödeli somit auch in Zukunft als lokaler Anbieter erstklassiger Telekommunikationsdienste im östlichen Berner Oberland. Für die Umsetzung dieses Entwicklungsschritts hat sich Kabelfernsehen Bödeli als Systempartner für Huawei Schweiz entschieden. Dabei hat vor allem die innovative Technik beim Entscheid den Ausschlag gegeben. „Während andere Systemanbieter sich noch in der Konzept-Phase befinden, haben wir mit Huawei einen Partner gefunden, welcher nicht nur eine ausgereifte Lösung auf den Markt gebracht hat, sondern auch mehrere Jahre Erfahrung mit sich bringt. Die Referenzliste gibt uns schliesslich die Bestätigung, dass wir auf den richtigen Partner setzen.“ Dr. Walter A. Balmer spielt hierbei auf die nationalen Telekommunikationsunternehmungen wie Swisscom und Sunrise an, welche sich ebenfalls für Huawei als Systemlieferanten entschieden haben.

 

WiFi 6 – Live Demo auf höchstem Niveau

Die Medienkonferenz wird schliesslich mit einer Live Demo abgerundet. Zum einen wird die Leistungsfähigkeit des auf dem Schilthorn realisierten 10Gbit/s Links demonstriert und zum andern WiFi 6 als neuer WiFi Standard vorgestellt.

Die Datenverbindung via Glasfaserkabel ins Tal und in alle Welt klappt perfekt.  Auch die Demonstration des neuen WiFi-Standards hält was sie verspricht: Datenkommunikation der modernsten Generation – WiFi 6! Hinter der Abkürzung versteckt sich der neueste WiFi-Standard 802.11ax. Dieser weckt Interesse bei WiFi-Usern nicht nur wegen der bis 4mal grösseren Bandbreite, sondern auch durch kürzere Latenzzeiten im Millisekunden Bereich und die Fähigkeit wesentlich mehr Teilnehmern gleichzeitig pro Access Point zu bedienen als dies beim Vorgängerstandard 802.11ac respektive WiFi5 noch der Fall war [1].

Während der Live Demo auf dem Schilthorn werden imposante Datenübertragungsraten zwischen zwei WiFi 6 Accesspoints von über 3Gbit/s erreicht. Zum Vergleich, die Werte bei 5G liegen heute im Bereich von 2Gbit/s [2]. Die Technologie ist jedoch noch so neu, dass es zurzeit noch fast keine Endgeräte gibt, welchen den neuen WiFi-Standard unterstützen. Dies soll sich aber schon bald ändern, wie Huawei und andere Mobile-Phone Hersteller verlauten lassen. Somit wird uns WiFi 6 in naher Zukunft überall dort begleiten wo schon heute via WiFi kommuniziert und gestreamt wird.

Am Schluss der Medienkonferenz angelangt, zeigen sich die drei Partner sichtlich stolz über das gemeinsam erreichte. Man ist sich einig: Ultra Highspeed Internet ist definitiv nicht nur ein Thema in den Ballungszentren zwischen Genf und Zürich, sondern auch hier in den Bergen zwischen Brienzer- und Thunersee – und bereits heute verfügbar auf dem Piz Gloria!

 

 

Quellennachweis

[1]  www.netzwoche.ch/news/2018-11-26/wi-fi-6-80211ax

[2] www.swisscom.ch/5g

Das könnte Sie auch interessieren

neuer Sender Sport1+ HD
Interview mit Dr. Walter A. Balmer
Sensationelle Speed Erhöhung